Kostenrechnung (14)

Schlagwörter

, , , ,

Im Rahmen dieses Beitrags betrachten wir ein Beispiel bei dem Daten, die in anderen D365 Modulen erfasst wurden, als Bezugsgrößen für die Ermittlung von Umlagen verwendet werden können. Ausgangspunkt hierfür sind erneut die bereits in den vorherigen Beiträgen verwendeten Beispieldaten, die im nächsten Screenshot dargestellt sind.

Im Gegensatz zu den vorherigen Beiträgen werden nun die Kosten der Kostenstelle „120 Car Pool“ basierend auf dem vom Kostenstellenleiter gebuchten Projektstunden auf die anderen Kostenstellen verteilt. Um dies zu realisieren, wurde die in den nächsten Schritten dargestellten Einrichtungen bzw. Erfassungen umgesetzt.

 

Schritt 1: Buchung von Stunden im Projektmodul

Für die Erfassung der Stunden des Kostenstellenleiters wurde das folgende Projekt mit den zugehörigen Unterprojekten eingerichtet.

Aus Gründen der Darstellung und Nachverfolgbarkeit wurde jeweils ein eigenes Unterprojekt angelegt, die eine entsprechende Verknüpfung zu den verschiedenen operativen Kostenstellen (210-250) aufweisen.

Die in diesem Beitrag verwendeten Projekte wurden mit einer Projektgruppe eingerichtet, welche aufgrund des verwendeten Projektmodulparameters ‚Nie Sachkonto‘ keine Sachkontobuchungsbelege für Projektstundenbuchungen generiert. M.a.W. die Projektstundenbuchungen erfassen bzw. buchen ausschließlich Mengen. Im folgenden Beitrag wird diese Parametrisierung geändert.

 

Der nächste Screenshot zeigt die erfassten Projektstunden des Car Pool Kostenstellenleiters auf.

 

Schritt 2: Einrichtung Anbietervorlage für statistische Maßnahmen

Im Anschluss an die Stundenbuchungen im Projektmodul wird eine sog. statistische Anbietervorlage im Kostenrechnungsmodul eingerichtet, die für den Übertrag der im Projektmodul erfassten Stunden in das Kostenrechnungsmodul benötigt wird. Der nächste Screenshot stellt diese Einrichtung dar.

Bei der Einrichtung der statistischen Anbietervorlage ist zunächst die Quelltabelle (1) anzugeben. Darüber hinaus ist (2) die Angabe der Funktion (Summe vs. Anzahl), des Summenfeldes (3) und des Datumsfeldes (4) erforderlich, da D365 diese Informationen für die Verarbeitung im Kostenrechnungsmodul benötigt.

 

Schritt 3: Einrichtung statistische Dimension

Im dritten Schritt ist die statistische Dimension („4. PROJ HOURS“) einzurichten.

Die statistische Dimension wird für die Verknüpfung zwischen der statistischen Anbietervorlage und dem Kostenrechnungssachkonto benötigt. Zu Einzelheiten, siehe weiter unten.

 

Schritt 4: Einrichtung des Kostenrechnungssachkontos

Die Einrichtung des Kostenrechnungssachkontos erfolgt in gleicher Weise, wie dies in den vorherigen Beiträgen aufgezeigt wurde.

Bitte beachten sie die Verknüpfung zur statistischen Dimension, welche das neu eingerichtete Projektstunden-Dimensionselement beinhaltet.

 

Die Einrichtung des Kostenrechnungssachkontos erfordert u.a. die Konfiguration des statistischen Quelldatenanbieters. Dieser ist für die Projektstundengröße im nächsten Screenshot dargestellt und verknüpft die im dritten Schritt eingerichtete statistische Dimension mit der im zweiten Schritt eingerichteten Anbietervorlage.

 

Schritt 5: Einrichtung der Kostenzuteilungsrichtlinie

Im letzten Schritt vor der eigentlichen Datenverarbeitung ist die sog. Kostenzuteilungsrichtlinie zu konfigurieren. Im gewählten Beispiel wurde diese Konfiguration derart vorgenommen, dass die Kosten der Car Pool Kostenstelle Nr. 120 auf die anderen Kostenstellen basierend auf den gebuchten Projektstunden umgelegt werden.

 

Schritt 6: Datenverarbeitung

Nachdem alle erforderlichen Einstellungen vorgenommen und die Daten im Kostenrechnungsmodul verarbeitet wurden, können die folgenden Kosten auf den verschiedenen Kostenstellen identifiziert werden.

Wie in den vorherigen Beiträgen auch, fast die folgende Übersicht die Umlagen und Kosten überblicksartig zusammen.

Im nächsten Beitrag betrachten wir die sog. Gemeinkostensatzrichtlinie und wie diese im Rahmen von Umlagen verwendet werden können. Bis dahin.

Kostenrechnung (13)

Schlagwörter

, , , ,

Dieser Beitrag beleuchtet Kostenverteilungsrichtlinien und wie sich diese von den in den vorherigen Beiträgen aufgezeigten Kostenzuteilungsrichtlinien unterscheiden.

Der D365 Dokumentation zufolge besteht der wesentliche Unterschied zwischen Kostenzuteilungs- und Kostenverteilungsrichtlinien darin, dass letztere eine Kostenverteilung auf Ebene der primären Kosten durchführt. Die folgende Darstellung versucht diesen Unterschied anhand der im primären Kostenbereich aufgenommenen Pfeile darzustellen.

Um den erwähnten Unterschied in D365 anhand der zuvor verwendeten Beispieldaten nachzustellen, wurde die folgende Kostenverteilungsrichtlinie eingerichtet.

Die dargestellte Kostenverteilungsrichtlinie bezieht sich zur Kostenverteilung zum einen auf die Hilfskostenstellen (‚INDIRECT CC‘) aus der verwendeten Dimensionshierarchie. Darüber hinaus ist der Bezug auf bestimmte Kostenelemente erforderlich.

Dieser letztgenannte Bezug ist für die Einrichtung von Kostenzuteilungsrichtlinien nicht erforderlich.

Die letzten beiden Spalten der Kostenverteilungsrichtlinie sind identisch zur Einrichtung von Kostenverteilungsrichtlinien. Aufgrund dessen kann an dieser Stelle auf die in den vorherigen Beiträgen gemachten Ausführungen verwiesen werden.

Die hier verwendete Kostenverteilungsrichtlinie macht erneut von der statistischen Größe der Mitarbeiteranzahl für die Verteilung der Kosten Gebrauch.

Nachdem ein entsprechendes Kostenrechnungssachkonto eingerichtet und die Daten verarbeitet wurden, können die folgenden Kosten auf den Hilfskostenstellen identifiziert werden.

Den obenstehenden Screenshots kann man entnehmen, dass auf den Hilfskostenstellen Nr. 120 und Nr. 130 Kosten verbleiben. Dies liegt in der verwendeten Verteilungsbasis begründet und der Tatsache, dass die beiden Hilfskostenstellen ebenfalls statistische Mitarbeitergrößen zugeteilt wurden. Der nächste Screenshot versucht dies zu verdeutlichen.

Um nun verbleibende Kosten auf den Hilfskostenstellen zu vermeiden, wird die Kostenverteilungsrichtlinie geringfügig in der Art und Weise modifiziert, dass nun eine andere hierarchiebezogene Verteilungsbasis verwendet wird, die eine Kostenverteilung ausschließlich auf die Hauptkostenstellen (‚DIRECT CC‘) vornimmt. Die nächsten Screenshots zeigen die vorgenommenen Änderungen an der Kostenverteilungsrichtlinie bzw. deren Basis auf.

Nach einer erneuten Verarbeitung der (modifizierten) Kostenverteilungsrichtlinie, ergeben sich die folgenden Kostendaten auf den Hilfs- und Hauptkostenstellen.

Wie in den vorherigen Beiträgen auch, fasst die folgende Übersicht die Kostenverteilungen und Kosten auf den verschiedenen Kostenstellen zusammen.

Abschließend zwei Anmerkungen:

  1. Auch die Zuweisung einer Kostenaufschlüsselungsrichtlinie ändert nichts an der Tatsache, dass Kostenzuteilungen ausschließlich auf Ebene der primären Kosten vorgenommen werden.
  2. Das gleiche Ergebnis das über die dargestellte verwendetet Kostenverteilungsrichtlinie erlangt wurde kann auch über eine Kostenzuteilungsrichtlinie ohne Nutzung einer Kostenaufschlüsselungsrichtlinie erlangt werden

 

Im nächsten Beitrag betrachten wir, wie statistische Umlagengrößen aus anderen D365 Mandanten für Umlagen verwendet werden können. Bis dahin.

Kostenrechnung (12)

Schlagwörter

, , , , , ,

Innerhalb dieses Beitrags betrachten wir ein komplexeres Umlagenszenario, welches erneut von Hierarchiezuteilungsbasen Gebrauch macht. Im Gegensatz zu vorher werden nun allerdings unterschiedliche Hierarchiezuteilungsbasen für die Umlage von fixen und variablen Kosten verwendet. Die nächste Grafik zeigt den nachfolgend im Detail erläuterten Ansatz auf.

 

Schritt 1: Einrichtung der Dimensionshierarchie

Um den hierarchiebasierten Umlagenansatz in D365 abgebildet zu bekommen wird zunächst die in den vorherigen Beiträgen verwendeten Dimensionshierarchie wieder verwendet.

 

Schritt 2: Einrichtung der Kostenverhaltensrichtlinie

Im zweiten Schritt wird nun eine Kostenverhaltensrichtlinie eingerichtet, welche eine Aufteilung der Kosten in fixe und variable Bestandteile vornimmt.

In der aufgezeigten Kostenverhaltensrichtlinie wurden die fixen Kostenanteile der Kostenarten 853000, 854000 und 855000 festgelegt. Um sicherzustellen, dass keine weiteren Fixkosten auftreten, welche die Nachverfolgbarkeit der Umlagen erschweren könnte, wurde darüber hinaus über den ‚DEMF CEH‘ Knoten definiert, dass sich alle anderen Kostenarten variabel verhalten.

 

Schritt 3: Einrichtung Hierarchiezuteilungsbasen

Im dritten Schritt werden nun die Hierarchiezuteilungsbasen für die Umlagen der fixen und variablen Kostenbestandteile eingerichtet.

Die Zuteilungsbasis ‚DEMF_P12_FIX‘ wird hierbei für die Umlage der fixen Kosten der Hilfskostenstellen auf die Hauptkostenstellen verwendet.

 Bitte beachten sie, dass als Allokationsbasis die bereits in den vorherigen Beiträgen verwendete statistische Produktionsanzahl (‘3. BIKE PROD STAT DATA‘) herangezogen wird.

Die zweite Zuteilungsbasis (‚DEMF_P12_VAR‘) wird für die Umlage der variablen Kosten verwendet und nutzt die ebenfalls in den vorherigen Beiträgen verwendete statistische Mitarbeiteranzahl ‚1. EMPL STAT DATA‘.

 

Schritt 4: Einrichtung Kostenzuteilungsrichtlinie

Die im nächsten Screenshot dargestellte Kostenzuteilungsrichtlinie verbindet die verschiedenen zuvor eingerichteten Element für die nachfolgende Verteilung der Umlagen.

 

Schritt 5: Einrichtung Kostenrechnungssachkonto und Datenverarbeitung

Nachdem das Kostenrechnungssachkonto eingerichtet, die Daten aus den Finanzmodulen übertragen und die Kostenverhaltens- und Kostenzuteilungsrichtlinien verarbeitet wurden, ergeben sich auf den Hilfs- und Hauptkostenstellen die folgenden Kostendaten.

Zur besseren Übersicht und Nachverfolgbarkeit der vorgenommenen Umlagen, wurde die folgende zusammenfassende Darstellung generiert.

Im nächsten Beitrag betrachten wir Kostenverteilungsrichtlinien. Bis dahin.