Wechselkonten

Häufig trifft man in der Praxis auf die Anforderung, dass bestimmte Sachkonten in Abhängigkeit von deren Saldo entweder auf der Aktiv- oder Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden sollen. Dieser Beitrag stellt kurz dar, wie dies über den Management Reporter umgesetzt werden kann.

Ausgangssituation
Im Jahr 2012 weist das Bankkonto „Bank Account – USD“ ein Guthaben in Höhe von gerundet +93 mio. USD auf. Im Folgejahr beträgt der Saldo hingegen gerundet -2 mio. USD. In den standardmäßig mitausgelieferten Bilanz-Berichten des Management Reporters stellt sich dies wie folgt dar:DEEN_8-1
DEEN_8-2Wie man aus den obenstehenden Abbildungen unschwer erkennt wird sowohl der positive Saldo im Jahr 2012, als auch der negative Saldo im Jahr 2013 als negativer Betrag auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen. Um diese Darstellungsweise abzuändern kann man bspw. wie folgt vorgehen:

Schritt 1: Kopieren des Original Berichtes
Im ersten Schritt wird der Bericht aufgerufen und unter einem neuen Namen (Balance Sheet B) abgespeichert um den Originalbericht nicht zu verändern.

Schritt 2: Kopieren der Original-Zeilenstruktur
Im nächsten Schritt wird die ursprüngliche Zeilenstruktur kopiert und unter einem Neuen Namen (Balance Sheet B) abgespeichert um auch hier die Originalstruktur nicht zu verändern.DEEN_8-3

Schritt 3: Ausblenden der ursprünglichen Berichtszeile in der neuen Zeilenstruktur
Im nächsten Schritt wird nun die ursprüngliche Berichtszeile als sog. non-printing line im Bericht ausgeblendet. Dies kann im folgenden Screenshot anhand des Kennzeichens NP in der Spalte Print Control identifiziert werden.DEEN_8-4
DEEN_8-5
(Hinweis: Bitte prüfen Sie die Summen- und Berechnungszeilen in welche die non-printing Zeile einbezogen wurde und passen sie diese bei Bedarf an).

Schritt 4: Einfügen von Berechnungszeilen in der neuen Zeilenstruktur
Nachdem die ursprüngliche Berichtszeile ausgeblendet wurde wird sowohl auf der Aktiv- und der Passivseite der Bilanz eine Berechnungszeile (CAL) eingebunden über die mit Hilfe einer IF-THEN-ELSE Formel auf den Saldo des entsprechenden Kontos referenziert wird. Im Beispiel wird hierbei auf der Aktivseite folgende Formel verwendet: IF @160>0 THEN @160 ELSE 0 und auf der Passivseite die folgende: IF @160<0 THEN @160 ELSE 0.
Über die Referenz auf den Saldo des Kontos in der Zeile 160 wird hierbei nun geprüft, ob das entsprechende Konto einen positiven oder negativen Saldo ausweist. In Abhängigkeit von dem ermittelten Saldo findet der Kontoausweis anschließend entweder auf der Aktiv- oder Passivseite der Bilanz statt.

Ergebnis
Im Ergebnis stellt sich nun die Bilanz in den Jahren 2012 und 2013 wie folgt dar:DEEN_8-8_neuDEEN_8-7Wie erwartet erfolgt nun der Ausweis des Bankkontos im Jahr 2013 auf der Passivseite der Bilanz.

Abschreibungsvorschau

Dynamics AX 2012 bietet im Anlagenmodul Benutzern standardmäßig die Möglichkeit auf Ebene der Wertmodelle einer Anlage einen Blick auf die zukünftigen Abschreibungsbeträge und Buchwerte zu werfen. Diese Vorschau kann über die Profilabfrage auf Ebene einer Anlage aufgerufen werden, wie dies in den folgenden Screenshots dargestellt ist. DE_2-1DE_2-2Ein wesentlicher Nachteil dieser Funktion besteht darin, dass sie lediglich die zukünftigen Abschreibungsbeträge und Nettobuchwerte derjenigen Anlage aufzeigt, die gerade analysiert wird. Eine übergreifende Auswertung, welche die zukünftigen Abschreibungswerte und Nettobuchwerte für alle Sachanlagen aufzeigt steht standardmäßig regelmäßig nicht zur Verfügung.

Interessanterweise stellt Microsoft für Dynamics AX Endanwender in Polen und der Tschechischen Republik einen Abschreibungsvorschaubericht zur Verfügung, der über eine einfache Erweiterung der Länderschlüssel auch für andere Länder bereitgestellt werden kann. Bei der angesprochenen Funktion handelt es sich um das Output Menu Item „AssetDepreciationPlan“.DE_2-3Über die Erweiterung der Ländercodes – im Beispiel „DE“ und „US“ – für dieses Menu Item wird Benutzern ein entsprechender Bericht („Depreciation plan“) im Anlagenmodul bereitgestellt, der einen gesamtheitlichen Überblick über alle Sachanlagen und deren zukünftigen Abschreibungs- und Buchwerten erlaubt. DE_2-4BeispielberichtDE_2-5Der hier aufgezeigte Standard-Bericht „Depreciation Plan“ hat den Nachteil, dass er alle einzelnen Sachanlagen nacheinander auflistet. Ein solcher Bericht ist zwar ein guter Ausgangspunkt, eignet sich für weitergehende Analysen allerdings nicht besonders.

Aufgrund dessen empfiehlt es sich entweder den Bericht zu modifizieren oder eine andere Art der Ausgabe der Daten zu wählen (z.B. eine Abfragemaske) um Mitarbeitern aus dem Finance & Controlling-Bereich eine einfache und schnelle Analyse der Daten zu erlauben. Der nachfolgende Screenshot stellt eine einfache Modifikation des standardmäßig verfügbaren „AssetDepreciationPlan“ Berichts in Visual Studio dar, welche die Abschreibungsdaten nach Datum und Sachanlagen gruppiert darstellt.DE_2-6Der Wesentliche Vorteil der hier dargestellten Vorgehensweise besteht darin, dass bis auf das Berichtsdesign keine weitergehenden und aufwendigen Systemanpassungen erforderlich sind, da der entsprechende Programmcode bereits zur Verfügung steht.

 

 

 

 

 

 

Vorsicht ERP?

Letzte Woche viel mir auf einer Strasse in Asien ein seltsames Verkehrszeichen auf das ich bislang nur unter der Abkürzung für Enterprise Resource Systeme kannte. Glücklicherweise konnte mir Wikipedia helfen. Wenn Sie sich auch fragen was es mit diesem Verkehrszeichen auf sich hat oder es einfach in einer Ihrer nächsten Präsentation verwenden wollten, dann schauen Sie einfach mal auf diese Wikipedia Seite: VerkehrszeichenP1060971