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Kategorien-Archiv: Lager

Lagerabstimmung (Lagerwertbericht) – Teil 3/3

11 Freitag Sept 2015

Posted by Ludwig Reinhard in Hauptbuch, Lager

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Schlagwörter

Dynamics AX, Lagerabstimmung, Lagerwertbericht

Block 4:
Im vierten Einrichtungsbereich stehen die folgenden vier Parameter zur Auswahl zur Verfügung, wobei sich der erste und der letzte Parameter gegenseitig ausschließen.
DE_22_043

Wird ausschließlich der erste Parameter aktiviert, so weist der Lagerwertbericht lediglich die Gesamtmenge und den Gesamtwert der im Lager befindlichen Waren aus.DE_22_044

Wird im Gegensatz hierzu ausschließlich der letzte Parameter aktiviert, so erhält man neben den Gesamtwerten auch eine Trennung dieser Werte in physische und finanzielle Transaktionen. DE_22_045

Die Aktivierung des Parameters “durchschnittliche Einheitskosten berechnen” sorgt dafür, dass in einer eigenen Spalte der Lagerbestandswert durch die Lagerbestandsmenge dividiert und angezeigt wird. Ein Mehrwert aus der Aktivierung dieses Parameters erschließt sich dem Verfasser nicht unmittelbar. DE_22_046

Der hier zuletzt aufgeführte Parameter “nicht auf Sachkonto gebuchte Werte einbeziehen” sorgt dafür, dass Transaktionen, die nicht über Sachkontobuchungen abgebildet werden, ebenfalls im Lagerwertbericht aufgenommen werden. DE_22_047Ein Beispiel von “nicht auf Sachkonto gebuchte Werten” sind Bestell-Lieferscheinbuchungen im Kreditorenbereich unter der Voraussetzung, dass der folgende Kreditorenparameter nicht aktiviert wurde.
DE_22_048


Block 5:
Im letzten hier aufgeführten Block stehen die folgenden Parameter zur Auswahl zur Verfügung: DE_22_049

  • Material:
    Dieser Parameter ist immer aktiviert und kann nicht deaktiviert werden.
  • Arbeit / Indirekte Kosten / direktes Outsourcing:
    Wie bereits weiter oben aufgeführt können über die Aktivierung dieser Parameter neben materialbezogenen WIP Transaktionen auch solche WIP Transaktionen abgestimmt werden, die bspw. im Rahmen von Arbeitsplanbuchungen durchgeführt werden.
  • Ebene:
    In diesem Auswahlfeld besteht die Möglichkeit Summen oder Einzelbuchungswerte anzeigen zu lassen. Standardmäßig sollte immer „Summen“ ausgewählt werden, da die Auswahl „Buchungen“ einen erheblichen Einfluss auf die Laufzeit des Berichts hat. Die Auswahl „Buchungen“ sollte demnach nach Ansicht des Verf. lediglich in solchen Fällen vorgenommen werden, in denen eine detaillierte Analyse von ausgewählten Lagertransaktionen erforderlich ist.
  • Anfangssaldo einbeziehen:
    Dieser Parameter kann nur dann ausgewählt werden, wenn auf Detailebene die Auswahl „Buchungen“ getroffen wurde und sorgt dafür, dass Anfangsbestandswerte auf Vorjahren mit in den Bericht aufgenommen werden.

 

Ich hoffe dass Ihnen die Ausführungen in den Beiträgen zum Lagerwertbericht helfen konnten ein besseres „Finanz-Verständnis“ für die verschiedenen Einstellmöglichkeiten des Lagerwertberichtes zu entwickeln und freue mich darauf Sie im nächsten Beitrag zum Themenbereich der Lagerabstimmung wieder zu sehen.

Lagerabstimmung (Lagerwertbericht) – Teil 2/3

11 Freitag Sept 2015

Posted by Ludwig Reinhard in Hauptbuch, Lager

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Schlagwörter

Dynamics AX, Lagerabstimmung, Lagerwertbericht

Block 3:
Die wahrscheinlich wichtigsten Einstellungen des Lagerwertberichtes werden in dem als Block 3 bezeichneten Bereich eingerichtet. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Bereiches werden die verschiedenen Parameteroptionen in diesem Bereich der Reihe nach anhand von verschiedenen Beispielen erläutert.

Lagerparameter DE_22_012Über die Aktivierung des Lagerparameters werden sowohl physische als auch finanzielle Lagermengen und –werte im Lagerwertbericht aufgenommen. Bitte beachten Sie dass der gesamte Lagerwert regelmäßig der Summe der physischen und finanziellen Lagerwerte entspricht, da der Gefahrenübergang der Ware in der Regel zu dem Zeitpunkt erfolgt, zu dem die Ware das Unternehmen verlässt bzw. im Unternehmen ankommt.

Im Zusammenhang mit dem Lagerparameter kann es vorkommen, dass der Lagerwertbericht negative physische und/oder finanzielle Werte ausweist. Dies ist häufig immer dann der Fall, wenn verkaufsbezogene Transaktionen rückdatiert werden oder wenn bestellbezogene Transaktionen verspätet erfasst werden. Das im Folgenden dargestellte Beispiel zeigt den Effekt solcher Rückdatierungen und deren Auswirkungen auf die im Lagerwertbericht ausgewiesenen Werte auf.

Beispiel:
Ein Unternehmen kauft 1000 Stück eines Produkts mit einem aktuellen Einstandspreis von 10 €/Stück zu genau diesem Preis ein. Aufgrund von Verzögerungen in der Warenannahme und im Kreditorenbereich werden der Bestelllieferschein erst im September und die Bestellrechnung erst im Oktober gebucht. In der Zwischenzeit wurden allerdings bereits 500 Stück des Produkts an Kunden ausgeliefert und verkauft. Die Auslieferung an Kunden erfolgte hierbei im Juli und die Rechnungsstellung im Folgemonat August. Der folgende Zeitstrahl fasst den Ablauf der erwähnten Transaktionen nochmals zusammen.
DE_22_018

Ergebnis:
Im Juli zeigt der Lagerwertbericht nach der Buchung des Verkaufslieferscheins eine physisch negative Menge und einen physisch negativen Lagerwert auf.
DE_22_019Im August zeigt der Lagerwertbericht eine finanziell negative Menge und einen finanziell negativen Lagerwert auf, da nun auch die Verkaufsrechnung gebucht wurde.
DE_22_020Im September zeigt der Lagerwertbericht nach wie vor eine finanziell negative Menge und einen finanziell negativen Lagerwert auf. Aufgrund der Bestelllieferscheinbuchung ergibt sich nun insgesamt allerdings ein positiver Lagerwert.
DE_22_021Im Oktober wird schließlich der verbleibende Lagerbestandswert von 500 Stück aufgezeigt.
DE_22_022


WIP-Parameter
DE_22_023

Über die Aktivierung des WIP Parameters können die im folgenden Screenshot hervorgehobenen WIP Konten, die in der Lagerbuchungsmaske eingerichtet wurden, abgestimmt werden.DE_22_024

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Aktivierung der folgenden Zeilen des Lagerwertberichtes es erlauben auch solche WIP Transaktionen abzustimmen, die bspw. im Rahmen der Buchung von Arbeitsgängen durchgeführt werden. DE_22_026Ausgehend von der im nächsten Screenshot dargestellten Parametrisierung „Artikel und Ressource“ im Produktionsbereich  …DE_22_025…können über den Lagerwertbericht somit auch die WIP Konten der Kostenkategorien abgestimmt werden. DE_22_027

Hinweis: Die Abstimmung von WIP Konten kann alternativ zum Lagerwertbericht auch über die im folgenden Screenshot aufgezeigten Produktionsberichte erfolgen.
DE_22_028


Verzögerter Wareneinsatz & COGS Parameter
An dieser Stelle werden die beiden Parameter „verzögerter Wareneinsatz“ und „COGS“ zusammen behandelt, da diese aus Sicht des Verfassers inhaltlich zusammengehören.DE_22_029

Über die Aktivierung der beiden Parameter können die folgenden Sachkonten im Bereich der Lagerbuchungen abgestimmt werden.DE_22_030

Beispiel 1:
Nach Aktivierung der beiden Parameter weist der Lagerwertbericht für den Wareneinsatz (COGS) einen Wert in Höhe von 10 TEUR aus.DE_22_031Betrachtet man sich den zugehörigen Saldo in der Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch, so erkennt man, dass hier scheinbar eine Abweichung in Höhe von 300 EUR vorliegt. DE_22_032Die Ursache dieser Abweichung liegt allerdings darin begründet, dass Projekttransaktionen standardmäßig im Lagerwertbericht nicht einbezogen werden.DE_22_033

Neben den erwähnten Projekttransaktionen gilt es zu beachten, dass im Lagerwertbericht bei ausschließlicher Aktivierung der Parameter verzögerter Wareneinsatz bzw. Wareneinsatz (COGS) die folgenden Artikeltransaktionen nicht berücksichtigt werden:

  • Umlagerungstransaktion auch nicht zwischen Standorten
  • Bestelltransaktionen und Bestelllieferscheinbuchungen
  • Auftragskommissionierlistenerfassungen
  • Projektartikelverbrauchsbuchungen

Beispiel 2:
Im Bereich des verzögerten Wareneinsatzes weist der zuvor aufgezeigte Bericht einen Wert in Höhe von 314885,84 EUR aus. DE_22_034Betrachtet man sich die zugehörigen Transaktionen in der Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch, so scheint auch hier eine Abweichung vorzuliegen. DE_22_035Die Ursache dieser scheinbaren Abweichung liegt allerdings darin begründet, dass im Lagerwertbericht auch geschäftsjahresübergreifende Transaktionen berücksichtigt werden. Verwendet man statt der Zwischenbilanzmaske die Sachkontobuchungsliste zur Abstimmung, so kann der im Lagerwertbericht ausgewiesene Wert nachvollzogen werden. DE_22_036

Hinweis: Alternativ zur Sachkontobuchungsliste kann auch der Debitorenbericht „Versendet, nicht fakturiert“ zum Abgleich des verzögerten Wareneinsatzwertes herangezogen werden. Siehe hierzu beispielhaft den folgenden Screenshot.DE_22_037Zu beachten ist bei diesem Bericht allerdings, dass er standardmäßig auf die Länder USA und Kanada beschränkt ist. Über eine Erweiterung der Länderschlüssel kann dieser Bericht allerdings auch für andere Länder bereitgestellt werden.
DE_22_038

Best Practice:
Basierend auf den in diesem Bereich aufgezeigten Problemstellungen empfiehlt es sich aus Abstimmungsgesichtspunkten für jede Transaktionsart im Lager- und Projektbereich, sowie für jede Buchungseinstellung eigene Sachkonten zu wählen. Darüber hinaus empfiehlt es sich ebenfalls eine mehrfache Sachkontoverwendung, wie im folgenden Screenshot für die Gruppen „Audio“, „CarAudio“ und „TV&Video“ bzw. „AudioRM“ und „CarAudioRM“ aufgezeigt, zu vermeiden.
DE_22_039


Gewinn und Verlust Parameter
DE_22_041

Über die Aktivierung des Gewinn- und Verlust-Parameters besteht die Möglichkeit die GuV-Konten abzustimmen, welche über Lagerregulierungsjournale bzw. Inventurjournale angesprochen werden.
DE_22_040

Zu beachten ist an dieser Stelle, dass Buchungen, die über Bewegungsjournale durchgeführt werden nicht über die Aktivierung des Gewinn- und Verlustparameters im Lagerwertbericht abgestimmt werden können, da diese Journale nicht auf die Gewinn- und Verlustkonten in der Lagerbuchungsmaske zurückgreifen.

Hinweis: Die Analyse der Gewinn- und Verlustbuchungen kann wie aufgezeigt einen Hinweis darauf geben, ob mit den Prozessen im Lager alles in Ordnung ist oder aufgrund von Problemen viele manuelle Korrekturbuchungen vorgenommen werden müssen. Von daher empfiehlt sich grundsätzlich eine Aktivierung des Gewinn- und Verlustparameters.

Ein abschließender Hinweis zu den optional einstellbaren Sachkonten für die Lagerabstimmung:
DE_22_042
Wie weiter oben bereits erwähnt führt die Hinterlegung eines Sachkontos in dem gelb hervorgehobenen Bereich dazu, dass am Ende des Lagerwertberichts der entsprechende Sachkontensaldo angezeigt wird. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass entsprechende Summenkonten im Kontenplan eingerichtet wurden, da nur diese im Lagerwertbericht an dieser Stelle ausgewählt werden können.

 

…Fortsetzung folgt im nächsten Beitrag.

Lagerabstimmung (Lagerwertbericht) – Teil 1/3

11 Freitag Sept 2015

Posted by Ludwig Reinhard in Hauptbuch, Lager

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Schlagwörter

Dynamics AX, Lagerabstimmung, Lagerwertbericht

Wenn Sie schon einmal versucht haben die Lager- und Finanzwerte in Dynamics AX abzustimmen, sind Sie bestimmt schon einmal auf den sog. Lagerwertbericht gestoßen. Der Inhalt und Aufbau dieses Berichtes sind bereits vielfach dokumentiert. Nichtsdestotrotz habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Lagerwertberichteinstellungen für viele Dynamics AX Anwender aufgrund der Vielzahl der Einstellmöglichkeiten und fehlender „best practice“ Vorgaben sehr verwirrend sein können.

Die Zielsetzung dieses Beitrags besteht demnach darin, die verschiedenen Einrichtungsparameter des Lagerwertberichtes mit einem speziellen Fokus auf Finanz- und Abstimmgesichtspunkte darzustellen. Für diese Darstellung wurden die verschiedenen Einrichtungsbereiche des Berichts in die folgenden Blöcke unterteilt: DE_22_001
(Hinweis: Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit wird dieser Beitrag aufgrund seines Umfangs in insgesamt drei Teile unterteilt)

Block 1:
DE_22_002

Datumsintervall:
Hier kann das Datumsintervall hinterlegt werden, welches standardmäßig beim Berichtsaufruf zur Auswahl vorgeschlagen wird.

Bereich:
Zur Auswahl steht an dieser Stelle „Buchungsdatum“ oder „Transaktionsuhrzeit“. Beachten Sie, dass letztere speziell für das neue Lagerwertmodell „flexiblen Durchschnitt“ dem Lagerwertbericht hinzugefügt wurde. Siehe hierzu auch die folgende Seite.

Dimensionssatz:
Die Auswahl des (Finanz-) Dimensionssatzes erlaubt es – in Abhängigkeit von den getroffenen Spalteneinstellungen (siehe hierzu weiter unten) – Finanzsaldenwerte am Ende des Berichtes anzuzeigen. Beispiel:
DE_22_003

Best practice:
Solange keine Differenzen auftreten ist es prinzipiell gleichgültig mit welchem Dimensionssatz der Lagerwertbericht gestartet wird, um auf diese Weise zu dokumentieren, dass die Werte des Hauptbuches mit dem des Nebenbuches Lager übereinstimmen. Sobald allerdings Abweichungen zwischen beiden Büchern auftreten hat es sich als hilfreich erwiesen den Bericht nochmals mit einem Dimensionssatz zu starten, der neben dem Hauptbuch auch die Artikelnummer beinhaltet, weil sich hierdurch die Abweichungssuche erheblich einfacher gestaltet. Beispiel:
DE_22_004
Bitte beachten Sie dass ein Berichtsaufruf mit einem Dimensionssatz, der sowohl das Hauptkonto als auch die Artikelnummer beinhaltet voraussetzt, dass die Artikelnummer mitgebucht wird. Dies wiederum setzt voraus, dass zum einen die Hauptbuchkontostrukturen entsprechend mit der Artikelfinanzdimension eingerichtet wurden und zum anderen jeder Artikel mit seiner entsprechend zugehörigen Artikel-Finanzdimension eingerichtet wurde, wie dies beispielhaft in den folgenden beiden Screenshots dargestellt ist.
DE_22_006
DE_22_005_neu

 

Block 2:
Die Parameter die im Bereich der Lagerungsdimensionen eingestellt werden beeinflussen über die Festlegung der Anzeige von Artikeln, Artikelgruppen, Zwischensummen, usw. das Layout des Lagerwertberichts unmittelbar.
DE_22_008

Beispiel:
 DE_22_009
Bitte beachten Sie dass die Einstellungen des Lagerwertberichtes mit denen der Lagerdimensionsgruppen im Einklang stehen müssen. So ist es bspw. wenig sinnvoll den Lagerwertbericht mit der Lagerdimension „Palettennummer“ einzurichten, wenn finanzielle Lagerwerte auf dieser Ebene gar nicht nachgehalten werden. Siehe hierzu beispielhaft die Darstellungen im folgenden Screenshot.
DE_22_010

Von einem „best practice“ Standpunkt aus betrachtet empfiehlt es sich verschiedene Berichtsversionen mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad einzurichten, um im Falle auftretender Differenzen möglichst schnell die Ursache der Abweichung identifizieren zu können.
DE_22_011

…Fortsetzung folgt im nächsten Beitrag.

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