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Schlagwort-Archiv: Dynamics AX

Alternative Lösungsansätze für die Lagerabstimmung

01 Donnerstag Okt 2015

Posted by Ludwig Reinhard in Hauptbuch, Lager

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Schlagwörter

Dynamics AX, Lagerabstimmung

Im vorangegangenen Beitrag habe ich Ihnen verschiedene Probleme des Lagerwertberichts sowie des zugehörigen potentiellen Konflikteberichts aufgezeigt, die Ihnen einiges an Kopfzerbrechen bei der Abstimmung der Lager- mit den Finanzbuchhaltungswerten („Fibu“) bereiten können. Um Sie nicht mit diesen Problemen alleine zu lassen, habe ich in diesem Beitrag einige alternative Lösungsansätze für die Abstimmung der Lagerwerte mit den Fibu-Werten zusammengefasst.

Für die Darstellung dieser alternativen Lösungsansätze habe zunächst eine vollständig neue Dynamics AX Testumgebung aufgesetzt und dort zwei Testartikel „L2000“ und „L2100“ eingerichtet. Wie im vorherigen Beitrag auch wurden alle Artikelbuchungen des ersten Testartikels „L2000“ im Januar 2015 durchgeführt. Identische Buchungen wurden für den zweiten Testartikel „L2100“ im Februar 2015 erfasst. Zur besseren Nachvollziehbarkeit der durchgeführten Buchungen habe ich im folgenden Screenshot die Testtransaktionen für den ersten Artikel festgehalten.
DE_32_0005
Nach Durchführung dieser Transaktionen wies der Lagerwertbericht die folgenden Werte aus:
DE_32_0010
Die hier dargestellten Werte entsprechen denen aus dem vorherigen Beitrag und sollen nachfolgend dazu genutzt werden um Ihnen die alternativen Lagerabstimmmöglichkeiten darzustellen.

 

Lösungsansatz 1: Finanzdimension Artikel (“item”)
Ein erster alternativer Lösungsansatz für die Lagerabstimmung besteht darin alle Artikel mit ihrer eigenen Artikel-Finanzdimension einzurichten, um später die Lagerabstimmung über die gebuchten Transaktionen bspw. in der Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch durchzuführen. Beispiel:
DE_32_0015

Was Sie aus dem vorstehenden Bildschirmdruck – welcher aus Darstellungsgründen eine Filterung nach dem ersten Testartikel „L2000“ vornimmt – entnehmen können ist:

  • der Gesamtlagerwert in Höhe von 14250 EUR auf dem Sachkonto 140200, sowie
  • der finanzielle Lagerwert in Höhe von 14525 EUR, der sich aus der Summe der grün hervorgehobenen Zeilen bzw. Sachkonten ergibt.

Voraussetzungen:
Für den Einsatz dieses ersten alternativen Lösungsansatzes ist es erforderlich, dass die Hauptbuch Kontostrukturen die Artikel-Finanzdimension beinhalten (siehe den folgenden Screenshot) …
DE_32_0020
… und dass alle Artikel mit ihrer eigenen Artikelfinanzdimension eingerichtet sind. Beispiel:
DE_32_0025

Hinweis: Um sicherzustellen, dass alle Artikel mit ihrer Artikelfinanzdimension eingerichtet werden und durch fehlende Artikel-Finanzdimensionswerte keine Abstimmprobleme entstehen empfiehlt es sich eine kleine Systemanpassung umzusetzen. Im nachfolgenden Beispiel habe ich hierfür zunächst eine neue Methode („SetFDIT“) in der InventTable erstellt, …
DE_32_0030
… die über eine Anpassung der Insert Methode aufgerufen wird.
DE_32_0035

Hinweis: Wenn Sie die Artikelbuchungseinstellungen auf Artikelgruppenebene vorgenommen haben, dann reicht es prinzipiell aus, die Lagerabstimmung auf dieser Ebene durchzuführen, wie dies im folgenden Screenshot beispielhaft dargestellt ist.
DE_32_0040
Der Nachteil an einer ausschließlichen Nutzung einer Artikelgruppen-Finanzdimension besteht im Rahmen der Lagerabstimmung allerdings darin, dass fehlerhafte Artikelbuchungen regelmäßig nicht identifiziert werden können. Aufgrund dessen empfiehlt es sich idealerweise mit beiden Finanzdimensionsgrößen zu arbeiten. D.h. sowohl mit einer Artikelgruppenfinanzdimension als auch mit einer Artikelfinanzdimension um hierüber gewährleisten zu können, dass bei identifizierten Differenzen auf Artikelgruppenebene ein „drill down“ auf die verursachende Artikelebene möglich ist.

Vor- und Nachteile dieses Lösungsansatzes:
Der hier aufgeführte erste alternative Lösungsansatz für die Lagerabstimmung hat die nachfolgenden Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Mitarbeiter aus dem Bereich Finance & Controlling sind mit der aufgezeigten Analyse von Sachkonten und Finanzdimensionen über die Zwischenbilanzmaske und anderen Berichten im Hauptbuch vertraut.
  • Die Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch beinhaltet bereits standardmäßig einige grundlegende „drill down“ Funktionalität welche dabei helfen kann Problemen schnell auf den Grund zu kommen.
  • Da es sich bei Dynamics AX um ein vollständig integriertes ERP System handelt, sind Abweichungen zwischen Hauptbuch und Lager per Definition nicht möglich, weil jede Sollbuchung eine entsprechend gegenläufige Habenbuchung erfordert. Die Abstimmung zwischen den Lager- und Fibu-Werten ist demnach lediglich eine Frage des Verständnisses der Dynamics AX Buchungslogik sowie der Analyse der „richtigen“ Sachkonten. Da die Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch den wahrscheinlich schnellsten und besten Überblick über die Sachkonten und Finanzdimensionen liefert, erscheint sie für die Abstimmung zwischen den Lager- und Fibu-Werten prädestiniert.

Nachteile:

  • In Abhängigkeit von der implementierten Systemlandschaft und der Anzahl der verwendeten Artikel kann es vorkommen, dass die Zwischenbilanzmaske mehr Zeit zum Öffnen benötigt.
  • Darüber hinaus sind die über die Zwischenbilanzmaske durchgeführten Analysen lediglich auf Zeiträume innerhalb eines Kalenderjahres beschränkt. Für Abstimmanalysen, die sich über mehrere Geschäftsjahre erstrecken sind andere Auswertungsinstrumente (wie bspw. der Management Reporter) heranzuziehen.
  • Über den hier dargestellten alternativen Abstimmungsansatz „verliert“ man mindestens eine Finanzdimension.
  • Dieser Finanzdimensionsansatz funktioniert am besten, wenn über eine Codeanpassung sichergestellt wird, dass Artikel-Finanzdimensionswerte automatisch bei der Anlage neuer Artikel hinterlegt werden.

 

Lösungsansatz 2: Lagerbuchungsabfragemasken
Ein zweiter alternativer Lösungsansatz für die Abstimmung der Lager- mit den Fibu-Werten besteht in der Nutzung der verschiedenen Lagerbuchungsmasken. Der nächste Screenshot zeigt eine dieser Masken auf.
DE_32_0045

Voraussetzungen:
Ein wesentlicher Nachteil der im Standard von Dynamics AX verfügbaren Lagerbuchungsmasken besteht darin, dass diese nicht in einer Weise personalisiert werden können um eine einfache und schnelle Abstimmung der Lager- und Fibu-Werte zu gewährleisten. Der nachfolgende Screenshot – bei dem die Sachkontobuchungsfelder in den Überblicksreiter der Lagerbuchungsmaske personalisiert wurden – stellt dieses Problem beispielhaft dar.
DE_32_0050
Wie man der vorstehenden Abbildung unschwer entnehmen kann werden die Sachkontoinformationen lediglich für die erste Transaktionszeile angezeigt. Um dieses Darstellungsproblem zu umgehen wird für die nachfolgenden Erläuterungen eine neue Lagerbuchungsmaske „LRE INVRE“ erstellt, die auf den Daten der InventValueTransView basiert. (Bitte beachten Sie, dass sich hierfür auch zahlreiche andere Tabellen, Abfragen, Views, usw. eignen). Der Vorteil einer derart erstellten Lagerbuchungsmaske besteht darin, dass sowohl das Sachkonto als auch das Gegenkonto für jede Lagertransaktion einzeln und im Detail analysiert werden kann.
DE_32_0055neu

Hinweis: Im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Lagerbuchungsmaske ist es erforderlich die Maske so zu gestalten dass mit dem Maskenaufruf eine entsprechende Filterung der Lagerbuchungen durchgeführt werden kann. Andernfalls ist es wahrscheinlich dass es beim Öffnen der Maske zu Performanceproblemen aufgrund der großen Anzahl von zu ladenden Transaktionen kommt.

Nach der Erstellung der neuen Maske können die Lagerbuchungsdaten sowie die zugehörigen Finanzdaten entweder unmittelbar in der Maske selbst oder nach einem Export der Daten nach Excel dort analysiert werden. Beispiel:
DE_32_0060

Vor- und Nachteile dieses Lösungsansatzes:
Auch für diesen zweiten alternativen Lösungsansatz der Fibu-Lager-Abstimmung sollen nachfolgend die hiermit verbundenen Vor- und Nachteile dargestellt werden.

Vorteile:

  • Wie aufgezeigt erlaubt dieser zweite alternative Lösungsansatz für die Lagerabstimmung eine einfache und schnelle Analyse der Soll- und Habenbuchungen auf den Sachkonten.
  • Im Gegensatz zum ersten Lösungsansatz besteht hier die Möglichkeit auch solche Lagertransaktionen zu identifizieren und zu analysieren, die noch nicht auf Sachkonten gebucht wurden wie z.B. Erfassungstransaktionen.
  • Ein dritter Vorteil besteht darin, dass sich dieser Lösungsansatz sehr einfach und schnell mit einer überschaubaren Systemanpassung implementieren lässt.
  • Schließlich geht für die Nutzung dieses Abstimmungsansatzes keine Finanzdimension „verloren“.

Nachteile:

  • Ein wesentlicher Nachteil dieses zweiten Lösungsansatzes besteht darin, dass hier Einzeltransaktionen analysiert werden, was sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann, wenn keine Einschränkung der Daten über Filter nach Datum, Artikelnummer, usw. vorgenommen wird.
  • Darüber hinaus ist zu beachten, dass die meisten Dynamics AX Anwender in diesem Falle wahrscheinlich dazu übergehen alle Transaktionsdaten nach Excel zu exportieren um dort im Detail zu prüfen, ob und welche Probleme aufgetreten sind. Große Datenexporte aus Abfragemasken heraus nach Excel benötigen allerdings etwas Zeit. Hinzu kommt, dass auch Excel regelmäßig nicht mehr als 1,1 mio. Datensätze in einem Tabellenblatt verarbeiten kann.
  • Ein letzter Nachteil der an dieser Stelle erwähnt werden soll ist, dass es hier im allgemein schwieriger ist aufgrund des Datenvolumens Fehler zu finden. Dies liegt darin begründet, dass Endanwender selbst die Daten auf Inkonsistenzen und Fehler hin prüfen müssen und keine voraggregierten Werte bereitgestellt werden. Dieser letzte Nachteil kann über den folgenden dritten Lösungsansatz umgangen werden.

 

Lösungsansatz 3: Lagerwert Cube
Der dritte und letzte alternative Abstimmungsansatz der im Rahmen dieses Beitrags vorgestellt werden soll besteht in der Nutzung sog. „Cubes“. (Hinweis: Nachfolgend wird kein Unterschied zwischen den verschiedenen BI Instrumenten die für Dynamics AX standardmäßig zur Verfügung stehen unterschieden, sondern der Einfachheit halber von „Cube“ gesprochen).
Der nächste Screenshot zeigt beispielhaft entsprechende Abstimmauswertung über den Lagerwertcube im SQL Management Studio für den verwendeten Testartikel „L2000“ auf.
DE_32_0065
Die gleiche Analyse kann natürlich über eine Verknüpfung dieses Cubes in Excel durchgeführt werden.
DE_32_0072
Beispiel:
DE_32_0073

Hinweis:
Eine Detailanalyse der Daten, die über den Lagerwert Cube ausgegeben werden mit den Buchungen in der Finanzbuchhaltung zeigte, dass die Gesamtwerte übereinstimmen, dass es allerdings Unterschiede in der Kontendarstellung der Einzelwerte gibt. Im Beispiel werden bspw. im Hauptbuch die Artikelbuchungswerte auf den Sachkonten 200100 und 200140 dargestellt wohingegen der Lagerwert Cube den kumuliert gleichen Wert auf dem verwendeten Gegenkonto 600180 darstellt.
DE_32_0080
Dieser Darstellungsunterschied liegt im Cubedesign begründet und führt dazu, dass der im Standard von Dynamics AX verfügbare Lagerwertcube nicht ohne eine entsprechende Erweiterung unmittelbar in einer Liveumgebung verwendet werden kann.

Vor- und Nachteile dieses Lösungsansatzes:
Abschließend sollen auch für diesen dritten alternativen Abstimmungsansatz die Vor- und Nachteile betrachtet werden.

Vorteile:

  • Bei der Cube-Lösung handelt es sich wahrscheinlich um die mächtigste und schnellste Lösung um Lager- und Fibu-Werte miteinander abzustimmen.
  • Im Gegensatz zum vorherigen Lösungsansatz kann die Cube-Lösung großen Datenvolumina handhaben, weil die Daten voraggregiert im Cube festgehalten werden. Gleichzeitig erlauben die „drill through“ Funktionen des Cubes jederzeit einen Blick auf die dahinterstehenden Einzeldaten zu werfen.

Nachteile:

  • Ein erster Nachteil der hier aufgeführten Cube-Lösung besteht darin, dass Sie einen Cube-Experten für die Einrichtung benötigen, da Mitarbeiter aus dem Finance & Controlling Bereich regelmäßig keine ausreichenden Berechtigungen und Kenntnisse der Cube-Einrichtung besitzen.
  • Ein weiterer Nachteil besteht speziell bei den Dynamics AX Standard Cubes darin, dass diese nicht ohne weitere vorherige Modifikation in einer Liveumgebung eingesetzt werden können.

 

Zusammenfassung
Aufgrund der im vorherigen Beitrag dargestellten Probleme des Lagerwertberichts sowie des zugehörigen potentiellen Konflikteberichts wurden im Rahmen dieses Beitrags einige alternative Lösungsansätze für die Abstimmung der Lagerwerte mit den Werten in der Finanzbuchhaltung aufgezeigt.

Aus Finance & Controlling-Sicht empfiehlt es sich immer den ersten Finanzdimensionsansatz zu nutzen, da dieser ohne weiteres ggf. auch ohne jedwede Systemanpassung von Mitarbeitern aus dem Finance & Controllingbereich umgesetzt werden kann. Sobald Abweichungen zwischen Fibu- und Lagerwerten identifiziert werden erscheint für eine Detailanalyse dieser Abweichungen allerdings der Einsatz des zweiten bzw. dritten Lösungsansatzes unvermeidlich.

Aufgrund der Wichtigkeit dieses Themas wird im folgenden Beitrag anhand eines Beispiels aufgezeigt wie eine Abstimmung von Lager- und Fibu-Werten unter Verwendung des ersten „Finanzdimension“ Lösungsansatzes umgesetzt werden kann.

Lagerabstimmung (Lagerwertbericht) – Teil 3/3

11 Freitag Sept 2015

Posted by Ludwig Reinhard in Hauptbuch, Lager

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Schlagwörter

Dynamics AX, Lagerabstimmung, Lagerwertbericht

Block 4:
Im vierten Einrichtungsbereich stehen die folgenden vier Parameter zur Auswahl zur Verfügung, wobei sich der erste und der letzte Parameter gegenseitig ausschließen.
DE_22_043

Wird ausschließlich der erste Parameter aktiviert, so weist der Lagerwertbericht lediglich die Gesamtmenge und den Gesamtwert der im Lager befindlichen Waren aus.DE_22_044

Wird im Gegensatz hierzu ausschließlich der letzte Parameter aktiviert, so erhält man neben den Gesamtwerten auch eine Trennung dieser Werte in physische und finanzielle Transaktionen. DE_22_045

Die Aktivierung des Parameters “durchschnittliche Einheitskosten berechnen” sorgt dafür, dass in einer eigenen Spalte der Lagerbestandswert durch die Lagerbestandsmenge dividiert und angezeigt wird. Ein Mehrwert aus der Aktivierung dieses Parameters erschließt sich dem Verfasser nicht unmittelbar. DE_22_046

Der hier zuletzt aufgeführte Parameter “nicht auf Sachkonto gebuchte Werte einbeziehen” sorgt dafür, dass Transaktionen, die nicht über Sachkontobuchungen abgebildet werden, ebenfalls im Lagerwertbericht aufgenommen werden. DE_22_047Ein Beispiel von “nicht auf Sachkonto gebuchte Werten” sind Bestell-Lieferscheinbuchungen im Kreditorenbereich unter der Voraussetzung, dass der folgende Kreditorenparameter nicht aktiviert wurde.
DE_22_048


Block 5:
Im letzten hier aufgeführten Block stehen die folgenden Parameter zur Auswahl zur Verfügung: DE_22_049

  • Material:
    Dieser Parameter ist immer aktiviert und kann nicht deaktiviert werden.
  • Arbeit / Indirekte Kosten / direktes Outsourcing:
    Wie bereits weiter oben aufgeführt können über die Aktivierung dieser Parameter neben materialbezogenen WIP Transaktionen auch solche WIP Transaktionen abgestimmt werden, die bspw. im Rahmen von Arbeitsplanbuchungen durchgeführt werden.
  • Ebene:
    In diesem Auswahlfeld besteht die Möglichkeit Summen oder Einzelbuchungswerte anzeigen zu lassen. Standardmäßig sollte immer „Summen“ ausgewählt werden, da die Auswahl „Buchungen“ einen erheblichen Einfluss auf die Laufzeit des Berichts hat. Die Auswahl „Buchungen“ sollte demnach nach Ansicht des Verf. lediglich in solchen Fällen vorgenommen werden, in denen eine detaillierte Analyse von ausgewählten Lagertransaktionen erforderlich ist.
  • Anfangssaldo einbeziehen:
    Dieser Parameter kann nur dann ausgewählt werden, wenn auf Detailebene die Auswahl „Buchungen“ getroffen wurde und sorgt dafür, dass Anfangsbestandswerte auf Vorjahren mit in den Bericht aufgenommen werden.

 

Ich hoffe dass Ihnen die Ausführungen in den Beiträgen zum Lagerwertbericht helfen konnten ein besseres „Finanz-Verständnis“ für die verschiedenen Einstellmöglichkeiten des Lagerwertberichtes zu entwickeln und freue mich darauf Sie im nächsten Beitrag zum Themenbereich der Lagerabstimmung wieder zu sehen.

Lagerabstimmung (Lagerwertbericht) – Teil 2/3

11 Freitag Sept 2015

Posted by Ludwig Reinhard in Hauptbuch, Lager

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Schlagwörter

Dynamics AX, Lagerabstimmung, Lagerwertbericht

Block 3:
Die wahrscheinlich wichtigsten Einstellungen des Lagerwertberichtes werden in dem als Block 3 bezeichneten Bereich eingerichtet. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Bereiches werden die verschiedenen Parameteroptionen in diesem Bereich der Reihe nach anhand von verschiedenen Beispielen erläutert.

Lagerparameter DE_22_012Über die Aktivierung des Lagerparameters werden sowohl physische als auch finanzielle Lagermengen und –werte im Lagerwertbericht aufgenommen. Bitte beachten Sie dass der gesamte Lagerwert regelmäßig der Summe der physischen und finanziellen Lagerwerte entspricht, da der Gefahrenübergang der Ware in der Regel zu dem Zeitpunkt erfolgt, zu dem die Ware das Unternehmen verlässt bzw. im Unternehmen ankommt.

Im Zusammenhang mit dem Lagerparameter kann es vorkommen, dass der Lagerwertbericht negative physische und/oder finanzielle Werte ausweist. Dies ist häufig immer dann der Fall, wenn verkaufsbezogene Transaktionen rückdatiert werden oder wenn bestellbezogene Transaktionen verspätet erfasst werden. Das im Folgenden dargestellte Beispiel zeigt den Effekt solcher Rückdatierungen und deren Auswirkungen auf die im Lagerwertbericht ausgewiesenen Werte auf.

Beispiel:
Ein Unternehmen kauft 1000 Stück eines Produkts mit einem aktuellen Einstandspreis von 10 €/Stück zu genau diesem Preis ein. Aufgrund von Verzögerungen in der Warenannahme und im Kreditorenbereich werden der Bestelllieferschein erst im September und die Bestellrechnung erst im Oktober gebucht. In der Zwischenzeit wurden allerdings bereits 500 Stück des Produkts an Kunden ausgeliefert und verkauft. Die Auslieferung an Kunden erfolgte hierbei im Juli und die Rechnungsstellung im Folgemonat August. Der folgende Zeitstrahl fasst den Ablauf der erwähnten Transaktionen nochmals zusammen.
DE_22_018

Ergebnis:
Im Juli zeigt der Lagerwertbericht nach der Buchung des Verkaufslieferscheins eine physisch negative Menge und einen physisch negativen Lagerwert auf.
DE_22_019Im August zeigt der Lagerwertbericht eine finanziell negative Menge und einen finanziell negativen Lagerwert auf, da nun auch die Verkaufsrechnung gebucht wurde.
DE_22_020Im September zeigt der Lagerwertbericht nach wie vor eine finanziell negative Menge und einen finanziell negativen Lagerwert auf. Aufgrund der Bestelllieferscheinbuchung ergibt sich nun insgesamt allerdings ein positiver Lagerwert.
DE_22_021Im Oktober wird schließlich der verbleibende Lagerbestandswert von 500 Stück aufgezeigt.
DE_22_022


WIP-Parameter
DE_22_023

Über die Aktivierung des WIP Parameters können die im folgenden Screenshot hervorgehobenen WIP Konten, die in der Lagerbuchungsmaske eingerichtet wurden, abgestimmt werden.DE_22_024

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Aktivierung der folgenden Zeilen des Lagerwertberichtes es erlauben auch solche WIP Transaktionen abzustimmen, die bspw. im Rahmen der Buchung von Arbeitsgängen durchgeführt werden. DE_22_026Ausgehend von der im nächsten Screenshot dargestellten Parametrisierung „Artikel und Ressource“ im Produktionsbereich  …DE_22_025…können über den Lagerwertbericht somit auch die WIP Konten der Kostenkategorien abgestimmt werden. DE_22_027

Hinweis: Die Abstimmung von WIP Konten kann alternativ zum Lagerwertbericht auch über die im folgenden Screenshot aufgezeigten Produktionsberichte erfolgen.
DE_22_028


Verzögerter Wareneinsatz & COGS Parameter
An dieser Stelle werden die beiden Parameter „verzögerter Wareneinsatz“ und „COGS“ zusammen behandelt, da diese aus Sicht des Verfassers inhaltlich zusammengehören.DE_22_029

Über die Aktivierung der beiden Parameter können die folgenden Sachkonten im Bereich der Lagerbuchungen abgestimmt werden.DE_22_030

Beispiel 1:
Nach Aktivierung der beiden Parameter weist der Lagerwertbericht für den Wareneinsatz (COGS) einen Wert in Höhe von 10 TEUR aus.DE_22_031Betrachtet man sich den zugehörigen Saldo in der Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch, so erkennt man, dass hier scheinbar eine Abweichung in Höhe von 300 EUR vorliegt. DE_22_032Die Ursache dieser Abweichung liegt allerdings darin begründet, dass Projekttransaktionen standardmäßig im Lagerwertbericht nicht einbezogen werden.DE_22_033

Neben den erwähnten Projekttransaktionen gilt es zu beachten, dass im Lagerwertbericht bei ausschließlicher Aktivierung der Parameter verzögerter Wareneinsatz bzw. Wareneinsatz (COGS) die folgenden Artikeltransaktionen nicht berücksichtigt werden:

  • Umlagerungstransaktion auch nicht zwischen Standorten
  • Bestelltransaktionen und Bestelllieferscheinbuchungen
  • Auftragskommissionierlistenerfassungen
  • Projektartikelverbrauchsbuchungen

Beispiel 2:
Im Bereich des verzögerten Wareneinsatzes weist der zuvor aufgezeigte Bericht einen Wert in Höhe von 314885,84 EUR aus. DE_22_034Betrachtet man sich die zugehörigen Transaktionen in der Zwischenbilanzmaske im Hauptbuch, so scheint auch hier eine Abweichung vorzuliegen. DE_22_035Die Ursache dieser scheinbaren Abweichung liegt allerdings darin begründet, dass im Lagerwertbericht auch geschäftsjahresübergreifende Transaktionen berücksichtigt werden. Verwendet man statt der Zwischenbilanzmaske die Sachkontobuchungsliste zur Abstimmung, so kann der im Lagerwertbericht ausgewiesene Wert nachvollzogen werden. DE_22_036

Hinweis: Alternativ zur Sachkontobuchungsliste kann auch der Debitorenbericht „Versendet, nicht fakturiert“ zum Abgleich des verzögerten Wareneinsatzwertes herangezogen werden. Siehe hierzu beispielhaft den folgenden Screenshot.DE_22_037Zu beachten ist bei diesem Bericht allerdings, dass er standardmäßig auf die Länder USA und Kanada beschränkt ist. Über eine Erweiterung der Länderschlüssel kann dieser Bericht allerdings auch für andere Länder bereitgestellt werden.
DE_22_038

Best Practice:
Basierend auf den in diesem Bereich aufgezeigten Problemstellungen empfiehlt es sich aus Abstimmungsgesichtspunkten für jede Transaktionsart im Lager- und Projektbereich, sowie für jede Buchungseinstellung eigene Sachkonten zu wählen. Darüber hinaus empfiehlt es sich ebenfalls eine mehrfache Sachkontoverwendung, wie im folgenden Screenshot für die Gruppen „Audio“, „CarAudio“ und „TV&Video“ bzw. „AudioRM“ und „CarAudioRM“ aufgezeigt, zu vermeiden.
DE_22_039


Gewinn und Verlust Parameter
DE_22_041

Über die Aktivierung des Gewinn- und Verlust-Parameters besteht die Möglichkeit die GuV-Konten abzustimmen, welche über Lagerregulierungsjournale bzw. Inventurjournale angesprochen werden.
DE_22_040

Zu beachten ist an dieser Stelle, dass Buchungen, die über Bewegungsjournale durchgeführt werden nicht über die Aktivierung des Gewinn- und Verlustparameters im Lagerwertbericht abgestimmt werden können, da diese Journale nicht auf die Gewinn- und Verlustkonten in der Lagerbuchungsmaske zurückgreifen.

Hinweis: Die Analyse der Gewinn- und Verlustbuchungen kann wie aufgezeigt einen Hinweis darauf geben, ob mit den Prozessen im Lager alles in Ordnung ist oder aufgrund von Problemen viele manuelle Korrekturbuchungen vorgenommen werden müssen. Von daher empfiehlt sich grundsätzlich eine Aktivierung des Gewinn- und Verlustparameters.

Ein abschließender Hinweis zu den optional einstellbaren Sachkonten für die Lagerabstimmung:
DE_22_042
Wie weiter oben bereits erwähnt führt die Hinterlegung eines Sachkontos in dem gelb hervorgehobenen Bereich dazu, dass am Ende des Lagerwertberichts der entsprechende Sachkontensaldo angezeigt wird. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass entsprechende Summenkonten im Kontenplan eingerichtet wurden, da nur diese im Lagerwertbericht an dieser Stelle ausgewählt werden können.

 

…Fortsetzung folgt im nächsten Beitrag.

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