Verschaff‘ dir Gehör bei Microsoft

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Vor kurzem wurde von Microsoft die folgende Webseite gestartet über die man einen Beitrag zur stetigen Verbesserung und Weiterentwicklung der Microsoft Dynamics 365 Produktfamilie leisten kann.

Auch wenn es verständlicherweise keine Garantie dafür gibt, dass Vorschläge, die über diese Webseite gemacht werden mit dem nächsten Release umgesetzt werden, so bietet sie dennoch Dynamics Community Mitgliedern sich unmittelbar ein Gehör bei Microsoft zu verschaffen.

Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für die Weiterentwicklung der Dynamics 365 Produktfamilie möchte ich Sie bitten von dieser Seite Gebrauch zu machen; nicht nur um eigene Ideen dort einzustellen, sondern auch um bereits bestehende Vorschläge zu unterstützen und zu bewerten.

Meine persönliche aktuelle Top Liste der Fibu & Controlling relevanten Vorschläge umfasst folgende Ideen

  1. Address selection for collection letters
  2. Customer lump-sum depreciation of overdue customer positions (invoices)
  3. Foreign currency revaluation cash and bank management module
  4. Secure attachments for certain groups of users or security roles
  5. Single voucher per expense report
  6. Financial Reporting using Chart of Accounts translated descripcions
  7. Parallel / Multiple inventory valuation
  8. Provide ability to restrict ‚Project Stages‘ by Security Roles or controlled by Workflow

Haben Sie andere, bessere oder weitere Ideen?
Dann teilen Sie diese bitte über diese neue Webseite oder bewerten und kommentieren Sie bestehende Beiträge über die neue Plattform.

Vielen lieben Dank für ihren Beitrag die Dynamics Produktfamilie noch besser zu machen.

Parallele Lagerbewertung – ein alternativer Ansatz (Teil 5)

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Da sich die anderen produktionsbezogenen Standardkostenabweichungen für den hier gewählten parallelen Bewertungsansatz grundsätzlich nicht unterscheiden, werden diese zusammen im Rahmen dieses Beitrags abgehandelt.

Für die Abbildung und Analyse der Preis-, Mengen- und Substitutionsabweichung wurde hierfür der gleiche Artikel verwendet, der bereits im Rahmen des vorherigen Beitrags verwendet wurde. Im Gegensatz zum vorherigen Produktionsprozess wurden allerdings die folgenden Änderungen vorgenommen:

  1. Anstatt eines Rohmaterials wurden 2 Stück im Rahmen des Produktionsprozesses verbraucht, was zu einer Mengenabweichung von $500 führte.
  2. Vor der Durchführung der Produktion wurde der Standardkostenpreis des Rohmaterials von $500 auf $515 geändert, was eine Peisvarianz in Höhe von $30 [2 Stück x ($515-$500)] nach sich zog.
  3. Die Produktion wurde mit einer anderen Arbeitsplanversion durchgeführt, die einen höheren Kostenkategoriepreis ($600 statt $490) hinterlegt hat. Dies führte zu einer Substitutionsabweichung in Höhe von $110.

warningsign1 Weitere typische Ursachen für produktionsbezogene Standardkostenabweichungen können der folgenden Webseite entnommen werden: https://technet.microsoft.com/en-us/library/gg213654.aspx

 

Der folgende Screenshot zeigt die insgesamt aufgetretenen Produktionskosten in Höhe von $1640, sowie die zugehörigen Preis-, Mengen- und Substitutionsabweichungen auf.

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Wie zuvor fasst die folgende Buchungsübersicht die im Rahmen der Produktion durchgeführten Sachkontobuchungen auf.

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warningsign1 Die farblich grau hervorgehobenen Buchungen heben sich gegenseitig auf und brauchen daher für die folgende Analyse nicht näher betrachtet werden.

 

Für Leser, die mit Buchungsdarstellungen weniger vertraut sind, wurden die obenstehenden Buchungen in die folgenden Bilanz- und GuV-Darstellungen ‚übersetzt‘.

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Aus den obenstehenden Finanzaufstellung kann man entnehmen, dass der Lagerbestandswert der produzierten Erzeugnisse in Höhe von $1000 vergleichsweise zu niedrig für eine auf aktuellen Kosten basierende Lagerbewertung ist ($1640). Aufgrund dessen ist auch für die Preis-, Mengen- und Substitutionsabweichung eine Verteilung wie im vorherigen Beitrag aufgezeigt erforderlich um einen aktuellen Kostenausweis in den Finanzberichten zu erhalten.

Auf das obenstehende Beispiel angewendet würde dies dazu führen, dass die komplette die Preis-, Mengen- und Substitutionsabweichung von der GuV in die Bilanz übernommen werden müsste, weil lediglich eine einzige Zugangs-, aber keinerlei Abgangstransaktion erfasst wurde. Für den Fall dass mehrere Artikel produziert und teilweise schon verkauft wurden, müsste nur ein Teil der verschiedenen Abweichungen in die Bilanz übernommen werden. Da die Einrichtung der hierfür erforderlichen Allokationsregel in gleicher Weise vorgenommen werden kann, wie dies bereits in den vorherigen Beiträgen aufgezeigt wurde, wird an dieser Stelle auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.

 

Zusammenfassung:
In diesem und den vorherigen Beiträgen wurde aufgezeigt wie Unternehmen, welche ihre Lagerbestände primär zu Standardkosten bewerten einen parallelen auf aktuellen Kosten basierenden Bestandswert erhalten können. Die folgende Grafik fasst die hierfür erforderlichen Verteilungen der unterschiedlichen Abweichungsarten nochmals überblicksartig zusammen.

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In der obenstehenden Grafik werden die unterschiedlichen Abweichungsarten dahingehend unterschieden ob diese intern oder extern entstehen.

Als intern wurden hierbei die Neubewertungs- und Kostenänderungsvarianz klassifiziert. Externe Abweichungsarten stellen hingegen solche dar, die entweder einen unmittelbaren Bezug zum Beschaffungsmarkt (Einkaufspreisvarianz) oder einen mittelbaren Bezug zum Absatzmarkt aufweisen.

Wie oben aufgezeigt müssen die als intern bezeichneten Varianzen für eine parallele Lagerbewertung vollständig in die Bilanz übernommen werden. Die als extern klassifizierten Abweichungen bedürften hingegen einer Aufteilung in die Bilanz und GuV entsprechend den Zugangs- und Abgangsbuchungen, um einen aktuellen Kostenbewertungsansatz zu erhalten.

Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass eine parallele Lagerbewertung für Unternehmen, die Standardkosten einsetzen über die Anwendung der Allokationsregeln im Standard von Dynamics AX/365 for Operations realisiert werden kann ohne dass weitergehende Systemanpassungen hierfür erforderlich wären.

Ich hoffe dass sie die ein oder andere nützliche Information aus diesem und den vorherigen Beiträgen entnehmen konnten. Bis zum nächsten Beitrag.

Parallele Lagerbewertung – ein alternativer Ansatz (Teil 4)

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Nachdem in den vorherigen Beiträgen interne und einkaufsbezogene Standardkostenabweichungen betrachtet wurden, werden im Rahmen dieses und der folgenden Beiträge produktionsbezogene Standardkostenabweichungen analysiert.

Beginnen wir zunächst hier mit der Losgrößenabweichung, die bspw. dann entsteht, wenn eine andere Menge produziert wurde als die in der originären Standardpreiskalkulation verwendet wurde.

Die folgende Grafik stellt den Aufbau eines Fertigproduktes dar, welches für die nachfolgenden Darstellungen und Erläuterungen verwendet wird.

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Der obenstehenden Grafik kann man entnehmen, dass für die Produktion des Fertigprodukts ein Rohmaterial mit Standardkosten in Höhe von $500 erforderlich ist. Daneben entstehen im Rahmen der Produktion $490 Montage- und $10 Rüstkosten.

 

Da die Rüstkosten unabhängig von der gefertigten Stückzahl sind, nehmen die Produktionskosten pro gefertigter Einheit mit zunehmender Produktionsmenge ab. Die folgende Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang für das eingangs dargestellte Beispielprodukt.

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Werden nun von dem Fertigprodukt insgesamt 10 Stück gefertigt, so entstehen insgesamt Kosten in Höhe von $9910 [10$ Rüstkosten + 10 x ($500 Materialkosten + $490 Arbeitskosten)]. Die im folgenden Bildschirmdruck dargestellte Losgrößenvarianz in Höhe von $90 ist Ausdruck des weiter oben aufgezeigten Fixkostendegressionseffekts.

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Ähnlich zu den vorherigen Beiträgen fasst die folgende Übersicht, die im Rahmen der Produktion durchgeführten Sachkontobuchungen zusammen.

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warningsign1 Die farblich grau hervorgehobenen Buchungen heben sich gegenseitig auf und brauchen daher für die folgende Analyse nicht näher betrachtet werden.

 

Für Leser, die mit Buchungsdarstellungen weniger vertraut sind, wurden die obenstehenden Buchungen in die folgenden Bilanz- und GuV-Darstellungen ‚übersetzt‘.

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Aus der obenstehenden Übersicht kann man einen Fertigwarenbestand in Höhe von $10000 auf dem Sachkonto 140670 entnehmen. Um diese Fertigerzeugnisse herzustellen wurden insgesamt $5000 an Rohmaterialien und $4910 an Arbeitskosten verbraucht. Die verbleibende Differenz zu den Standardkosten wurden der Losgrößenabweichung auf dem Konto 540630 zugeordnet.

 

Der weiter oben dargestellten Produktionskostenübersicht konnte man tatsächliche Produktionskosten in Höhe von $9910 entnehmen. Aus einer aktuellen Kostenbetrachtungsweise sind die Lagerbestände der Fertigwaren um $90 zu hoch bewertet.

Wird eines der produzierten Erzeugnisse später verkauft, so reduziert sich der Fertigwarenbestand entsprechend um $1000, die als Standardkosten für den Artikel hinterlegt wurden. Die nachfolgenden Finanzaufstellungen stellen diese Situation zur besseren Nachvollziehbarkeit nochmals dar.

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Aus aktueller Kostenbetrachtungsweise fällt die Bestandsreduzierung und die Abgangskostenbuchung auf dem Konto 640650 zu hoch aus.

Um einen aktuellen Kostenwert zu erhalten ist es demnach erforderlich die Losgrößenabweichung (LSV) aufzuspalten, ähnlich wie dies im Beitrag zur Einkaufspreisabweichung aufgezeigt wurde. Die folgende Grafik stellt die im Beispielfall erforderliche Aufteilung der Losgrößenabweichung dar.

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Aus Platz- und Vereinfachungsgründen wird die Einrichtung der für diese Aufteilung erforderliche Allokationsregeln nicht dargestellt und stattdessen auf die Ausführungen im ersten Beitrag dieser Reihe verwiesen. Wird die Allokationsregel schließlich verarbeitet, so ergibt sich das nachfolgende Bild in der Bilanz und GuV des Unternehmens.

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Die obenstehende Bilanz- und GuV-Darstellung zeigt im Vergleich zu vorher einen um $81 niedrigeren Bestandswert der Fertigerzeugnisse auf. Diese Reduktion lässt sich aufgrund des Unterschiedes zwischen den tatsächlichen und den Standardkosten erklären [9 Stück x ($1000 – $991)].

Da die derart zugewiesene anteilige Losgrößenabweichung auf einem eigenen Sachkonto erfasst wurde, lässt sich eine parallele Bewertung nach Standardkosten und aktuellen Kosten realisieren.

Zu beachten ist an dieser Stelle auch, dass die Abgangskosten in Höhe von $1000 über eine anteilige Zuordnung der Losgrößenabweichung über das Konto 640651 korrigiert wurden.

Der nächste Beitrag beschäftigt sich den anderen im Rahmen von Produktionsbuchungen erfassten Standardkostenabweichungen und wie mit diesen im Rahmen des hier gewählten parallelen Bewertungsansatzes umzugehen ist.